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Lotnr.   Künstler Beschreibung Preis
 31 031 Claus, Carlfriedrich
(Annaberg/Erzgebirge 1930 – 1998 Chemnitz)
Avantgardistischer Künstler der Schriftgrafik, der Visuellen und Konkreten Poesie sowie der Lautpoesie, umfangreiches Ruvre an Artikulationen, Sprachblättern, Drucken und Grafiken. Sein Nachlass steht als im Länderverzeichnis für Sachsen eingetragenes Kulturgut unter Kulturgutschutz. Claus stand unter anderem in Kontakt zu Ernst Bloch, Michel Leiris, Raoul Hausmann, Franz Mon, avantgardistischen Künstlern in Europa und dem Dresdner Maler Albert Wigand, 1977 Gründung der legendären Künstlergruppe CLARA MOSCH (zusammen mit Michael Morgner, Thomas Ranft, Dagmar Ranft-Schinke, Gregor-Torsten Schade).

Nahtstellen, Zwischenräume. Problem aus dem Realisierungsprozeß sozialistischer Demokratie: Psychische Wirkungen, die eine Weisung auf administrativem Weg von oben nach unten auslösen kann; daraus entstehende nichtantagonistische Widersprüche.
Radierung, Ätzung, Kaltnadel, 1978, 150×128, Blattformat: 480×356, sign., dat., Auflage: 225 Ex. für die Mappe: Hymnus auf die Druckkunst, Edition IV des Verlages Philipp Reclam jun. Leipzig und der Büchergilde Gutenberg Frankfurt am Main (Ex. 76-125).
WV Werner/Juppe G 52 I b.

150.-
 32 032 Claus, Carlfriedrich
(Annaberg/Erzgebirge 1930 – 1998 Chemnitz)
Notiz
(Psychisch-physischer Mikrovorgang)
Radierung, Kaltnadel, Ätzung auf Bütten, 1980, 93×68, sign., dat., betitelt: Notiz. Unter Passepartout montiert. Einer von etwa sechs Probedrucken, die von Thomas Ranft abgezogen wurden.
WV Werner/Juppe G 60 I.
160.-
 33 033 Claus, Carlfriedrich
(Annaberg/Erzgebirge 1930 – 1998 Chemnitz)
Willensimpuls
Radierung, Kaltnadel, Ätzung auf Bütten, 1982, 125×125, Blattgröße: 360×263, sign., bez.: EA. einer von etwa zehn Hochdrucken, die nochmals geätzt und von Thomas Ranft für CLARA MOSCH gedruckt wurden. Schöner gratiger Druck. Selten!
WV Werner/Juppe G 64 IVa.
200.-
 34 034 Claus, Carlfriedrich
(Annaberg/Erzgebirge 1930 – 1998 Chemnitz)
Lösung des Banns. Für Klaus Sobolewski
Observation einer Observation
Radierung, Ätzung auf Hahnemühle, 1988, 183×148, Blattgröße: 535×390, sign., dat., betitelt. Einer der wenigen Probedrucke, die von Thomas Ranft abgezogen wurden. Schöner gratiger Druck. Sehr selten!
WV Werner/Juppe G 71 IIIa1.
300.-
 35 035 Corinth, Lovis
(Tapiau 1858 – 1925 Zandvoort)
Das kranke Kind
Radierung, Kaltnadel, 1918. 190×240, sign., num.(11/50), unter Glas im Passepartout gerahmt. Im Verlag von Fritz Gurlitt, Berlin.
WV Schwarz 333, Abb. Seite 176.
350.-
 36 036 Cremer, Fritz
(Arnsberg/Ruhr 1906 – 1993 Berlin)
Kleiner aufgereckter Torso
Bronze, 1949, Höhe: 490, Breite: 200, Tiefe: 130, auf der Plinthe mon., unter der Plinthe numeriert (2/10), hinten, links seitlich an der Plinthe Gießerstempel Krepp: WFK (Werkstatt für Kunstguss). Vgl. Altelierfoto in: Fritz Cremer, Projekte – Studien – Resultate. Nationalgalerie Berlin, 1976. Neben seinen monumentalen Denkmalen bilden Akte einen intimen Gegenpol in Cremers Schaffen. In dieser 1949 entstandenen Skulptur verschmelzen herbe Formensprache und erotische Sinnlichkeit zu einer kraftvollen Einheit. Die lebendig strukturierte Oberfläche unterstreicht die vitale Ausstrahlung der Plastik.
Provenienz: Galerie Schwind, Frankfurt am Main.
6800.-
 37 037037-1037-2 Cremer, Fritz
(Arnsberg/Ruhr 1906 – 1993 Berlin)
Drei Selbstbildnisse
– Selbst. Lithographie auf Hahnemühle, 1992, 263×210, Blattgröße: 537×396, sign., dat., num.(1/10).
– Selbstbildnis. Lithographie, 1992, 288×235, Blattgröße: 395×265, sign., dat., bez: E.A.
– Selbst VII. Radierung/Strichätzung auf Kupferplatte, 1987, 178×128, sign., dat., eines von nur 20 Exemplaren, WV Gredig R250.
230.-
 38 038 Cremer, Fritz
(Arnsberg/Ruhr 1906 – 1993 Berlin)
Liebespaar
Lithographie 1971, 222×405, Blattgröße: 365×492, sign., dat., an den unteren Ecken leichte Knickspur, sonst tadellos!
WV Gredig 247.
100.-
 39 039 Cremer, Fritz
(Arnsberg/Ruhr 1906 – 1993 Berlin)
Paar
Radierung auf getöntem Velin, 1966, 165×243, Blattgröße: 268×383, mit dem Trockenstempel von reinert druck berlin, auf Untersatzkarton lose montiert. Schöner gratiger Druck, der wohl das männliche Versagen beim Liebesspiel thematisert.
130.-
 40 040 Denecke, Walter
(Kleinalsleben 1906 – 1975 Ahrenshoop)
1926-29 Studium der Wandmalerei in Leipzig, 1929-30 Studienaufenthalte in Italien und Paris, 1930-32 Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule Wiesbaden, seit 1929 Studienreisen nach Frankreich, Italien, Spanien und Nordafrika. Nach Kriegsgefangenschaft zunächst in Quedlinburg, danach freischaffend in Berlin.

Reparaturwerft Stralsund
Aquarell auf Bütten, 1959, 485×615, sign., verso sign., dat., betitelt, an den Blattecken Löchlein von Reißzwecken, die zur Fixierung des Blattes an der Staffelei dienten.

300.-
 41 041 Denecke, Walter
(Kleinalsleben 1906 – 1975 Ahrenshoop)
Stadtlandschaft mit Booten
Aquarell auf Bütten, 1968, 650×465, verso sign., dat., betitelt, an den Blattecken Löchlein von Reißzwecken, die zur Fixierung des Blattes an der Staffelei dienten.
300.-
 42 042 Dennhardt, Klaus
(geb. 1941 Dresden, lebt in Dresden-Uebigau, seit 1986 zeitweise in Berlin-West)
1963-1968 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, danach freischaffend tätig, enge Beziehung zu Hermann Glöckner, der neben ihm im Künstlerhaus wohnte, und dem er oft zur Hand ging (deshalb auch oft als einziger Schüler Glöckners bezeichnet). Start in Dresden als avantgardistischer Außenseiter, Fotograf. Seine künstlerischen Arbeiten sind in strenger geometrischer Form gestaltet. Ausreise 1986 nach West-Berlin, danach Wandlung vom Geometrischen zum kontemplativen Realisten.

Gerhard Altenbourg
Fotografie auf Kodak Royal, 1982, 297×297, verso sign., dat., betitelt. Dennhardt hat in dieser Zeit eine Vielzahl seiner älteren Künstlerkollegen fotografiert, u.a. Willy Wolff, Hermann Glöckner und Gerhard Altenbourg.

110.-
 43 043 Dennhardt, Klaus
(geb. 1941 Dresden, lebt in Dresden-Uebigau, seit 1986 zeitweise in Berlin-West)
Hermann Glöckner
Fotografie auf Kodak Royal, 1983, 304×304, verso sign., dat., betitelt, Klebeetikett mit Künstleraufkleber, an den oberen Rändern Spuren von alter Montierung. Dennhardt hat in dieser Zeit eine Vielzahl seiner älteren Künstlerkollegen fotografiert, u.a. Willy Wolff, Hermann Glöckner und Gerhard Altenbourg.
110.-
 44 044 Dietrich, Reinhard
(Breslau 1932- 2015 Dresden)
1946-1950 Holzbildhauerlehre in Wittenberg, anschließend Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Dresden bei Hans Steger und Walter Arnold. Zusammenarbeit in einer Ateliergemeinschaft mit Wieland Förster in Dresden. Seit 1964 als freischaffender Bildhauer in Dresden tätig. Ein Teil seiner Werke entstand in Zusammenarbeit mit Jo Jastram. Seine Arbeiten befinden sich unter anderem in Warnemünde vor dem Hotel Neptun (Möwenflug), auf dem Universitätsplatz in Rostock (Brunnen der Lebensfreunde – Zusammenarbeit mit Jo Jastram), in Rostock (Sieben stolze Schwestern küssten das eine Meer).

Aus der Verantwortung
Bronze, 1987, Höhe: 460, Breite: 420, Tiefe: 150, auf dem Sockel mon., dat., laut beigefügtem Zertifikat der Galerie M in Kneese aus dem Jahr 2002 ist die vorliegende Plastik ein Unikat!

1600.-
 45 045 Diehn-Bitt, Kate
(Schöneberg bei Berlin 1900 – 1978 Rostock)
zu: Joseph und seine Brüder (Thomas Mann)
Zeichnung, Pinsel, Tusche, 1969, 420×295, sign., dat.(12.I.69), verso an den Ecken Reste von Klebespuren alter Montierung, Flecken von verdünnter Ölfarbe aus dem Atelier. Anrührende Zeichnung zu Thomas Manns epischem Werk. Offset-Plakat zur Ausstellung Kate Diehn-Bitt. Malerei, Zeichnungen und Collagen, Kunstkaten Ahrenshoop 2003, beigegeben.
400.-
 46 046 Dörre, Jan
(geb. 1967 Arnstadt, lebt in Leipzig)
1991-1996 Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Sighard Gille, 1996 bis 1999 Meisterschülerstudium. Zahlreiche seiner Arbeiten befinden sich in öffentlichen Sammlungen, u.a. im Museum der bildenden Künste, Leipzig, Von der Heydt-Museum, Wuppertal und in der Albertina Modern, Wien.

Sammelleidenschaft
Tusche und Tempera auf Papier, zweiteiliges experimentelles Gesamtkunstwerk, zwei Teile miteinander verklebt und zusammen unter Glas gerahmt (890×400 und 890×515) Gesamtmaß: 890×915, ein Teil allein unter Glas gerahmt (890×515), 1998, sign., dat., betitelt. Spontane und frische Arbeit des Künstlers aus seiner Meisterschülerzeit. 

900.-
 47 047 Drake, Heinrich
(Ratsiek/Lippe 1903 – 1994 Berlin)
Claire Waldoff
Bronze-Miniatur, 1989, Höhe: 70, Breite: 25, Tiefe: 20, Edition des SKH, 1989.
250.-
 48 048 Ebersbach, Hartwig
(geb. 1940 Zwickau, lebt in Leipzig)
1959 bis 1964 Studium der Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Bernhard Heisig. Von 1979 bis 1983 hatte er dort einen Lehrauftrag für Experimentelle Kunst. Er war Gründungsmitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig und Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste sowie Mitglied der Akademie der Künste Berlin. 1985 Verleihung des Düsseldorfer Kunstpreises.

Doppelkopf
Farbsiebdruck, 1992, 800×142, mon., dat., num.(3/100), betitelt.

100.-
 49 049 Ebersbach, Wolfram
(geb. 1943 in Zwickau, lebt in Leipzig und Wurzen)
1966-1971 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig unter anderem bei Wolfgang Mattheuer, danach freischaffend, 1992-2008 Lehrer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seine Werke befinden sich in bedeutenden öffentlichen Museen, u.a. Hausfassade (1974, Museum der bildenden Künste Leipzig), Nächtliche Begegnung (1985, Staatliche Galerie Moritzburg), Leipziger Passagen III (1985, Leipziger Hauptbahnhof (Bahnhofshalle), Nächtlicher Spaziergänger, (1988, Ludwig Forum für Internationale Kunst). Bruder des Malers Hartwig Ebersbach.

Thomaskirche
Acryl auf Leinwand, 2011, 1605×1800, an der Leinwandkante mon. (WE) und dat., verso nochmals sign., dat., betitelt Thomaskirche Leipzig. Im Frühling/Sommer 2025 ehrte das Kunstmuseum Ahrenshoop in der Ausstellung Unterwegs das Schaffen Ebersbachs auf einer Sonderausstellung. Provenienz: Van Ham Kunstauktionen, Köln. 2019. Das vorliegende Gemälde wurde im Rahmen der Auflösung der gefragten Kunstsammlung SØR Rusche Collection des Herrenausstatters Thomas Rusche versteigert. Es handelt sich um ein Schlüsselwerk von Wolfram Ebersbach in beinahe monumentalen Ausmaßen! Wechselwirkungen zwischen Raum, Licht und Dunkelheit spielen eine bedeutende Rolle in seinen Arbeiten. Der Künstler beschäftigte sich mit Architektur und ungewöhnlichen Perspektiven des gebauten Raumes. Er setzt dabei auf vereinfachte Formen und reduzierte Farben. Seit den 1980er Jahren gehören monumentale Bauten der Leipziger Innenstadt, hier der Thomaskirche, zu seinen bevorzugten Motiven.

4600.-
 50 050 Ebert, Albert
(Halle/Saale 1906 – 1976 Halle/Saale)
1921 Lehre als Maurer, bis 1939 u.a. Arbeit als Möbelträger, Markthelfer, Bauarbeiter, Aushilfsarbeiter, während eines Lazerettaufenthaltes im Zweiten Weltkrieg begann er zu malen. 1945/1946 konsultierte er zwei Semester an der Burg Giebichenstein in Halle (Saale) bei Charles Crodel und Waldemar Grzimek. Ab 1947 wieder Gelegenheitsarbeiter. 1948 erste Ausstellungsbeteiligungen. 1954 – 1956 Arbeit als Heizer in der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und als Bauarbeiter in Halle. 1959 machte ihn Elmar Jansen, von Charles Crodel unterstützt, publizistisch bekannt. 1973 wurde er mit dem Kunstpreis der Stadt Halle geehrt.

Hutprobe II (Der rote Hut)
Ölfarben auf Holz, mit aufgesetzter Zierleiste in Silber montiert, Bild und Rahmen als einheitliches Kunstwerk gestaltet, 1955, Gesamtmaß: 170×130, mon., dat., verso Klebeetikett mit handschriftlicher Bezeichnung:  No. 35. Titel der rote Hut und Besitzervermerk.
Albert Ebert arbeitete im Entstehungsjahr des vorliegenden Bildes noch als Heizer an der Burg Giebichenstein und schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Von seiner Kunst konnte er nicht leben. Durch den Glaube und die Unterstützung seiner Lehrer Charles Crodel und Kurt Bunge (siehe Losnummer 27) an der Kunsthochschule Halle, entwickelte er seine kleinformatigen poetischen Bilder, die den Alltag der kleinen Leute schildern. Die von Crodel um 1930 eingeführte Technik der Lasurmalerei auf Hartfaserplatte und Holz (unter dem Einfluss des Malers Kurt Bunge), führte er zu einer neuen, bis dahin unerreichten Qualität. Die Kunstkritik feiert ihn bis heute und spricht von der geradezu betörenden Malerei und von juwelenhaften Miniaturen. Albert Ebert wird der Henri Rousseau von der Saale genannt. Abgebildet in: Gerhard Wolf: Wie ein Leben gemalt wird. Seite 94. Abgebildet in: Elmar Jansen: Albert Ebert. Bildnisse eines Künstlers. Union Verlag Berlin, 1959, Tafel 13.
WV Litt 55-7.

10000.-
 51 051051-1051-2 Ebert, Albert
(Halle/Saale 1906 – 1976 Halle/Saale)
Püppi zum 19. Geburtstag
Auriane und Colin im Bett
Zeichnung, Buntstifte auf Papier, 1973, 143×98, im goldenen Stuckrahmen des Künstlers unter Glas gerahmt. Die vorliegende Zeichnung ist ein liebevoll gestaltetes Geschenk von Albert Ebert an seine Tochter, die er mit dem Kosenamen Püppi rief. Bei der Zeichnung mittig handelt es sich um Auriane und Colin im Bett, einer Szene aus dem Stück Margarete in Aix von Peter Hacks (vgl. die Lithographie WV Brade/Stula L 84.). Die herzliche Beschriftung: Meiner lieben, lieben Püppi. Püppi zum 19. Geburtstag. Dein Vati 9.12.1973 zeugt von seiner tiefen Liebe zu seiner Tochter. Seltenes Zeitzeugnis, das die privatesten Gefühle von Albert Ebert eindrucksvoll belegt. Die Zeichnung wird von einer Hartfaserplatte im Stuckrahmen gehalten. Die Hartfaserplatte verso mit gewöhnlichem Pflaster umklebt, um diese zu befestigen. Auf dem Pflaster (oben) handschriftliche Notizen des Künstlers, jedoch nicht mehr lesbar. Nach dem vorsichtigen Lösen des Pflasters entpuppte sich die Hartfaserplatte als angefangnener, jedoch verworfener Versuch eines Mädchenbildnisses in Öl. Ein seltenes und sehr privates Kleinod für alle Liebhaber der Kunst des Rousseau von der Saale.
2500.-
 52 052 Edel, Edmund
(Stolp/Pommern 1863 – 1934 Berlin)
Deutscher Karikaturist, Illustrator, Schriftsteller und Filmregisseur, der für satirische Zeitschriften arbeitete, auch als Gebrauchsgrafiker für Theater, Kabaretts und den Ullstein Verlag tätig, später mehr als 30 Gesellschaftsromane mit der Schilderung der Berliner Bohème, auch als Regisseur bei Stummfilmen.

Tiny Senders Seckzession
Zeichnung, schwarze Farbkeide, Deckweiß, 1887, 208×115, sign., betitelt, auf grünlichem Untersatzkarton montiert, dort vorn von fremder Hand bez., verso im Februar 1971 von Peter Edel (1921-1983), Schriftsteller und Enkel des Künstlers gewidmet. Typische freche Zeichnung des Künstlers, der sich auch als Regisseur bei Stummfilmen, u.a. bei Die Börsenkönigin (1918) mit Asta Nielsen einen Namen machte.

150.-
 53 053 Ehmsen, Heinrich
(Kiel 1886 – 1964 Berlin)
Figurenstudie
Zeichnung, Graphit, 1913, 230×137, sign., dat., bez.: Karlsbad, verso nochmals sign., bez.: Karlsbad 1913, Künstlerstempel sowie Z 390, unter Passepartout mit braunem Klebeband lose montiert.
190.-
 54 054 Fazzino, Charles
(geb. 1955 Westchester County/New York, lebt in New York City)
Studium der Kunstgeschichte an der Parsons School of Design, Besuch der New York School of Visual Arts, bevor große Galerien sein Talent erkannten, zunächst als Straßenkünstler tätig. Seine 3D-Konstruktionen visualisieren verschiedene Facetten urbanen Daseins und sollen neue Einblicke in deren quirlige Leben gewähren.

The Sun Shines on the Holy Land
Collagierte 3D Graphik, farbige Serigraphie, Glitzer-Puder, Glitzer-Steine, Silikon auf fester Malpappe, 2000, Darstellung: 340×460, Rahmen: 660×765, sign., num.(47/180Dx), betitelt, unter Glas im Schaukasten eindrucksvoll unter Passepartout gerahmt, ungeöffnet. Verso von fremder Hand bez.: Sonderedition zum 100. JT KKL, Lim. Aufl. v. 180 Expl. – Jan. 2002. Fazzinos Arbeiten entstehen durch viel Handarbeit. Eine schwarz-weiße Strichzeichnung bildet die Basis für jedes seiner Kunstwerke. Nach der Kolorierung entstehen daraus eine Lithografie und ein Sieb für den Siebdruck. Danach werden die einzelnen kleinen Bild-Schnipsel exakt ausgeschnitten und mit Hilfe von Silikonpaste in bis zu drei Ebenen auf das Bild geklebt. Werke des Künstlers sollen in den Kunstsammlungen von Julia Roberts, Paul McCartney und Bill Clinton vertreten sein.

400.-
 55 055055-1 Förster, Wieland
(geb. 1930 Dresden, lebt in Oranienburg))
Schwebender weiblicher Torso
Bronze, 1994, Höhe: 105, Breite: 230, Tiefe: 60, mon. (fö), unter dem Sockel Gießerstempel (Guss Hann), Auflage: 10 Exemplare. Laut WV entstand die vorliegende Bronze als Künstleredition zusammen mit dem Kleinen Torso mit angewinkeltem Bein und dem Kleinen bewegten Torso.
WV Mlekusch 283.
2200.-
 56 056 Fraaß, Erich
(Glauchau 1893 – 1974 Dresden)
Künstler der Verschollenen Generation und des Expressiven Realismus. 1910 Besuch der Kunstgewerbeschule Dresden, 1912 Wechsel an die Dresdner Kunstakademie zu Oskar Zwintscher, als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg, danach dort Meisterschüler von Robert Sterl, 1920 Mitbegründer der Künstlergruppe Die Schaffenden, Mitbegründer der Dresdner Sezession 1932, 1945 Verlust eines großen Teils seiner Arbeiten durch den Bombenangriff auf Dresden, 1947-1958 Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, Freundschaft mit Bernhard Kretzschmar und Otto Griebel. Seine Arbeiten befinden sich u.a. in Dresden in der Galerie Neue Meister und im Kupferstichkabinett.

Heimgang
(Huzulen in den Karpaten)
Ölfarben auf Leinwand, 1943/44, 1345×1150, sign., verso auf dem Keilrahmen nochmals sign. und Etikett der Kunstausstellung Kühl. In schwarzer Schattenfuge neu und geschmackvoll gerahmt. Erstaunlich frische Malerei in leuchtenden Farben. Erich Fraaß besuchte zusammen mit seinem Malerkollegen Bernhard Kretzschmar die Karpaten und traf dort das Volk der Huzulen. Das Bergvolk lebt noch heute im Südwesten der Ukraine und jenseits der Grenze in Rumänien. Das einfache, der Natur zugewandte Leben des Bergvolkes, inspirierte den Maler zu diesem großformatigen Ölbild vor dem Hintergund der drohenden Niederlage Deutschlands im 2. Weltkrieg. Ein Zeitdokument, das die Hoffnung des Künstlers nach Idylle und Frieden, statt Zerstörung und Leid in sich birgt.
WV Hebecker 534.

5700.-
 57 057 Fraaß, Erich
(Glauchau 1893 – 1974 Dresden)
Ernteproben
Ölfarben auf Leinwand, um 1948, 1150×945, sign., verso auf dem Keilrahmen nochmals sign., altes Klebeetikett: in Glauchau, Ernteproben, verso auf der Leinwand Reste eines Ausstellungsetiketts der Bezirksleitung Dresden. An den Rändern etwas bestoßen, was der Gesamtdarstellung keinen Abbruch tut. In schwarzer Schattenfuge neu und geschmackvoll gerahmt. Nach den entbehrungsreichen Jahren des 2. Weltkrieges ein Symbol des Aufbruchs und der Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft. Neben der qualitätvollen Malerei gleichzeitig ein wichtiges Zeitdokument über die Hoffnungen und Wünsche der Nachkriegsgeneration.
WV Hebecker 618.
5700.-
 58 058 Frankenstein, Wolfgang
(Berlin 1918 – 2010 Berlin)
Ruhige Bewegung
Ölfarben auf Leinwand, 1949, 560×700, sign., dat., im Künstlerrahmen. Frühes Ölbild, das den Künstler zu einem der wichtigsten Vertreter der Kunst der Stunde Null machte. U.a. ausgestellt in: W. F. – Aquarelle, Ölbilder, Graphik, Galerie Gerd Rosen, April/Mai 1949, Kat.-Nr. 25. Wiesbaden Central Collecting Point in Zusammenarbeit mit dem Cultural Affairs Office, Ausstellung im Landesmuseum Wiesbaden: Berliner Künstler 1950 – Gemälde, Graphik, Skulpturen, 09. September bis 22. Oktober 1950, Kat.-Nr. 11. W. F. – Ölbilder, Zeichnungen, Collagen, Radierungen, (1945-2002), Kunsthalle Gießen, 30. April bis 13. Juni 2004. Grenzenlose Freunde: Gerhard Moll, Wolfgang Frankenstein, Waldemar Grzimek, 22. März – 10. Mai 2025, Galerie3Plus. Verzeichnet in: Schwarzer Karneval. Kunst der Stunde Null in Berlin, 2001, Kat.-Nr. 54. W. F.: Malerei, Grafik, Verlag der Kunst Dresden, 1978, Abb. 36.
WV Claußnitzer G 53 (Werkkatalog 1).
4400.-
 59 059 Frankenstein, Wolfgang
(Berlin 1918 – 2010 Berlin)
Hommage à Greco III
Acryl- und Temperafarben auf Hartfaser, 1987, 1000×700, verso sign., dat., betitelt, im schwarzen Künstlerrahmen mit Goldleiste. Zitat Y. Gross: In seinem Werk vereint Frankenstein Bezüge zu zwei Gemälden von El Greco. Im Vordergrund orientiert sich die Darstellung an dem Werk Das Martyrium des Heiligen Mauritius (1580-83), das sich im Real Monasterio de San Lorenzo de El Escorial bei Madrid befindet. Zusätzlich lehnt sich die Komposition an El Grecos Heiliger Martin und der Bettler (1597-99) an, welches ursprünglich als Altarbild für die Kapelle San José in Toledo entstand. Das Gemälde zeigt den Heiligen auf einem Schimmel, wie er seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Auch in WFs Interpretation finden sich der Schimmel und das Motiv des geteilten Stoffes wieder.
Ausgestellt bei:
W.F. – Neue Bilder, Museum Ephraim Palais, Stiftung Stadtmuseum Berlin, 2003.
Sehen – Prüfen – Deuten – Verwandeln: W. F. – Malerei aus sechs Jahrzehnten, Galerie Hebecker, Weimar, 2005.
WV Clausnitzer 789 (Werkkatalog 2, ganzseitig farbig abgebildet).
3100.-
 60 060060-1060-2060-3060-4060-5 Furtwängler, Felix Martin
(geb. 1954 in Karlsruhe, lebt in Dietratried/Allgäu und Berlin)
Studium der Werbegrafik an der Kunstschule Alsterdamm/Hamburg und der Hochschule der Künste in Berlin, 1982 Meisterschüler bei Gerhart Bergmann. Als Grafiker publiziert er seit den 1980er Jahren graphische Bücher im Selbstverlag.

Totentanz
6 Holzschnitte, 1986/87, 147×145, sign.
Die Holzschnitt-Folge Totentanz erschien in zwei Varianten und in verschiedenen Zuständen in der Tyslander Pres Berlin, 1988. Die Grafikmappen bzw. Kassetten bestehen aus signierten Farbholzschnitten und begleitenden Texten. Vgl. Katalog AusDruck, Frankfurt/Main 1989. S. 68 ff. und S.91 ff. 1986/87 entstanden im Format 147×145 zahlreiche Holzschnitte (Sperrholz) in max. 10 Auflagen, die evtl. für die Pressendrucke verwendet wurden. Die vorliegenden 6 signierten Holzschnitte stammen aus dieser Serie bzw. diesen Vorarbeiten.

500.-

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